Arbeitnehmerrechte in Betrieben „Arbeitsschutzrecht“ für Azubis, Angestellte 

Viele Angestellte denken in erster Linie an ihre Pflichten in dem Unternehmen. Was muss ich leisten, damit die vorgegebenen Zahlen erreicht werden? Wie hinterlasse ich einen bestmöglichen Eindruck bei meinen Vorgesetzen und den Mitarbeitern? Was Ihnen selbst zusteht, wird meist erst in einer Streitsituation klar. Nur wer seine Arbeitnehmerrechte kennt, kann diese auch in Anspruch nehmen. Beschäftigen Sie sich nicht mit dem Thema Ihrer Rechte besteht das Risiko, dass Sie Ihren Vorgesetzen „blind“ vertrauen und Sie möglicherweise auch ausgenutzt werden können. Der folgende Beitrag gibt Ihnen einen Überblick über Ihre Arbeitnehmerrechte.

Wann müssen Sie Überstunden machen? 

Überstunden gehören in vielen Branchen schon fast zum Alltag. Ein Auftrag kommt in letzter Minute rein und muss noch erledigt werden. Für Überstunden gibt es viele Gründe, aber müssen Sie überhaupt Überstunden machen?

Das hängt vom Arbeitsvertrag ab, oder von Ihrem nur für Sie gültigen Tarifvertrag. Hier muss es eine entsprechende Regelung zu Überstunden geben. Wenn jedoch beispielsweise ein Feuer ausbricht, und Ihr Chef Unterstützung braucht, müssen Sie helfen. Dies nennt man eine Gefahren/ Katastrophensituation. 

Das Kind wird plötzlich krank, was tun? 

Sie möchten ihren beruflichen Pflichten nachgehen und unerwartet müssen Sie sich um das Kind kümmern. In diesem Fall steht dem Arbeitnehmer in dieser Situation eine bezahlte Freistellung zu. Um sich um das Kind kümmern zu können, dürfen sie sich grundsätzlich fünf Tage im Jahr freistellen lassen. Wenn Sie gesetzlich Versichert sind, haben Sie den Anspruch auf zehn Tage. Alleinerziehende Eltern stehen sogar 20 Tage zu. Hierzu gibt es allerdings auch Regeln: Das kranke Kind muss jünger als zwölf Jahre alt sein und eine Bescheinigung von dem Arzt erhalten, dass eine Betreuung notwendig ist. Es muss zudem bescheinigt werden, dass andere Familienmitglieder wie Großeltern nicht Hilfe leisten können. 

Wie lange dürfen Sie eine Pause machen?

Viele Arbeitnehmer arbeiten oft ohne Pausen. Ihnen stehen aber gesetzlich geregelte Pausen zu, die eingehalten werden müssen. Als Arbeitnehmer haben Sie haben ein Recht darauf, nach sechs Stunden eine Pause zu machen. Ab neun Stunden getätigter Arbeitszeit dürfen Sie eine Pause von 45 Minuten einlegen.

Müssen Sie nach Feierabend für Arbeitskollegen/ Vorgesetzen erreichbar sein?

Nach Feierabend müssen Sie keine Anrufe mehr entgegennehmen. Selbst wenn Sie ein Diensthandy besitzen, dürfen Sie es nach Arbeitsende ausschalten. Das gilt allerdings nur, wenn der Arbeitsvertrag nichts anderes festlegt. Eine Ausnahme gibt es bei Arbeitnehmern die Bereitschaftsdienst haben, da es in dieser Branche dringend erforderlich ist. 

Haben Sie einen Arbeitsvertrag erhalten?

In dem Arbeitsvertrag sind alle grundlegenden Informationen zum Arbeitsverhältnis und ihren Arbeitnehmerrechten geschildert. Daher ist es eine Nachweispflicht für Arbeitgeber. Hinzukommt, dass Sie auch das Recht haben, das Gehalt, die Arbeitszeiten, die Arbeitssorte, die Aufgaben sowie Kündigungsfristen und die mögliche Befristung des Vertrages dokumentiert erhalten. 

Müssen Sie eine Abmahnung einfach hinnehmen?

Wenn Ihr Chef aufgrund eines Fehlverhaltens in der Vergangenheit Sie bereits aufmerksam gemacht hat, darf er Sie abmahnen. Sie müssen sich jedoch nicht damit abfinden und können die Situation schriftlich richtig stellen.    

Wann können Sie gekündigt werden?

Wenn Sie länger als sechs Monate beschäftigt sind und der Betrieb mehr als zehn Personen beschäftigt, gilt der gesetzliche Kündigungsschutz. Ihr Arbeitgeber kann Sie also nicht ohne guten Grund feuern. In der Probezeit hingegen kann das Arbeitsverhältnis jederzeit beenden.  

Wie viel Urlaubsanspruch steht Ihnen zu?

Der Mindestanspruch liegt bei vier Wochen im Jahr. Bei einer sechs Tage Woche dürfen Sie 24 Tage Urlaub nehmen. Bei fünf Arbeitstagen in der Woche, sind es mindestens 20 Tage Erholungsurlaub. Wenn Sie in Teilzeit arbeiten, bleiben Ihnen zwölf Tage im Jahr Urlaub. Einige Unternehmen geben Ihren Mitarbeitern durchaus auch mehr Urlaubstage im Jahr, diese werden im Arbeitsvertrag festgelegt.

 Welche Daten muss der Chef von Ihnen erhalten? 

Sie müssen dem Chef einige Daten geben, aber es gibt auch Grenzen. Selbstverständlich benötigt er Ihre Adresse, die zu den personenbezogenen Daten des Mitarbeiters gehören. Ihre private Telefonnummer oder E-Mail-Adresse müssen Sie nicht angeben. Ausnahmen gibt es, wenn es beruflich erforderlich ist. 

Quelle: https://karrierebibel.de/arbeitnehmerrechte/